Geschichte:  

         
 

1874 - 1918

Die 1. Gründung erfolgte am 12. April 1874 durch Musikwart Georg Steffek. Er war 1. Flötist bei der fürstlich Esterházyschen Musikkapelle und wurde nach ihrer Auflösung Turnermeister bei der Stadtpfarrkirche in Eisenstadt. Die Musiker mußten bei kirchlichen Feiern mitwirken und hatten auf Grund ihres Privileges das Recht, auch bei privaten Gelegenheiten zu musizieren. Vor den hohen Feiertagen mußten sie nach dem Abendläuten auf dem Turm (davon Turmer = Turner) Choräle blasen. Besetzt waren sie mit zwei Hörnern, zwei Trompeten, einem Baßflügelhorn und einer Posaune. Wegen des guten Einkommens der Spieler blühte die Turnerei auf. Als die Gewerbefreiheit eingeführt wurde, ging es mit der Turnerei leider abwärts, und in den Achtzigerjahren verschwand sie gänzlich. Ein „Überbleibsel“ davon ist das heutige Turmblasen vor der Christmette.

 Bei der am 14. Juli 1894 abgehaltenen Chargensitzung teilte der Oberkommandant Julius Szabó mit, der Ausschuß habe beschlossen, daß die Musiker bei Ausrückungen in Feuerwehruniform zu erscheinen hätten. So kam es zur Gründung einer Feuerwehrkapelle, der vermutlich ehemalige Veteranenmusiker angehörten.

Der erste Auftritt der Feuerwehrkapelle war am 20. August 1894 (heiliger Stefanstag) bei der alljährlichen Mannschaftssommerunterhaltung der Feuerwehr. Die Kapelle bestand aus 16 Musikern und als Musikwart fungierte Emmerich Leiner. 

Während die oben erwähnte Feuerwehrkapelle anfangs ein integrierter Zug der Feuerwehr war, schlug am 30. Dezember 1895 der Herr Abteilungskommandant Johann Deschensky bei der damaligen Chargensitzung vor, eine selbständige Feuerwehrkapelle zu gründen. Weiters erwähnte er, daß einige Feuerwehrmänner die Absicht hätten, in dieser Kapelle als Musiker mitzuwirken.

Am 26. Februar 1896 teilte der Oberkommandant Julius Szabó dem Korps mit, daß die erforderliche Anzahl der Musiker bereits beisammen sei. Jedermann konnte bei den Proben zuhören und sich von der Möglichkeit, eine eigene Musikkapelle zu gründen, überzeugen. Gleichzeitig wurde auch das Programm der Kapelle vorgestellt, welches bei Tanzveranstaltungen, Festlichkeiten, Begräbnissen, etc. zu einem speziellen Preistarif erhältlich war.

Ferner sollte sie ihre eigene Verwaltung haben, durch deren Errichtung jedoch keinerlei Kosten dem Korps entstehen durften. „Kismartoni önkéntes tüzoltó zenekar = Eisenstädter freiwillige Feuerwehrkapelle“ sollte sie heißen. Der erste Auftritt als eigener Feuerwehrzug war am 8. März 1896 bei der Fahnenmutter Frau Franziska Saffin Edle von Corpon.

Die Jahre danach waren die Musiker mit vollem Einsatz und Eifer bei der Sache. Doch die Schulden beim Korps wurden immer höher. Da sich die Auftritte reduzierten und die Schulden der Kapelle weiter gestiegen sind, wurde am 20. Februar 1902 der Beschluß gefaßt, von den Mitgliedern die Uniformen und Instrumente abzuholen und vorerst den Spielbetrieb einzustellen, bis annehmbare Vorschläge oder  gesicherte Anträge einlangen würden.

Am 8. Jänner 1903 wurde bei der Ballbesprechung für den Chargenball am 15. Februar 1903 beschlossen, die bisherige Feuerwehrkapelle zu engagieren. Zu dieser Gelegenheit wurden den Musikern die abgeforderten Instrumente und Monturen zur Benützung wieder überlassen. Als Musikwart wurde Rupert Eder genannt.

Im Jahre 1903 mußte, wegen der oben genannten Mißstände die Kapelle vollständig aufgelöst werden. Die nun folgenden Jahre, der Erste Weltkrieg von 1914 – 1918, und die unruhigen Nachkriegsjahre hemmten die Tätigkeit des Feuerwehrkorps sehr. Erst nach dem Anschluß des Burgenlandes an Österreich traten wieder geordnete Verhältnisse ein.

1924 - 1938

Am 11. November 1924 wurde durch Prof. Josef Michl, Prof. Anton Wurditsch, Alfred Maly, Adalbert Schubaschitz, Alma Nindl (Fahnenmutter), die 28 Mann starke „Katholische Burschenvereinskapelle“ gegründet.

Diese Kapelle umrahmte sowohl kirchliche Anlässe als auch Festlichkeiten des städtischen Freiwilligen Feuerwehrvereins. Bei Anlässen der Feuerwehr trat diese Kapelle aber in der Feuerwehruniform auf. Auch bei Aufmärschen, Festen und Jubiläen, Hochzeiten und Tanzmusik sowie politischen Veranstaltungen war diese Kapelle sehr gefragt. Die Instrumente wurden bei der Firma Riedl in Ödenburg gekauft. Jeder Musiker mußte sein Instrument selbst bezahlen, ausgenommen davon waren nur die Bässe. Die Kapelle leitete der Kapellmeister Anton Wurditsch von 1924 – 1931. Sein Nachfolger war Prof. Ludwig Ruzsa. Er leitete die Kapelle des katholischen Burschenvereins von 1931 – 1932. Als 1933 die Kapelle von Kapellmeister Anton Lubena übernommen wurde, spielte Kapellmeister Ruzsa als Flügelhornist und Trompeter bis zum Kriegsbeginn 1938 in dieser Kapelle weiter.  Durch den Anschluß an das Großdeutsche Reich im Jahr 1938 sollten die Musiker der Katholischen Burschenvereinskapelle bzw. die Feuerwehrkapelle Eisenstadt auch bei politischen Veranstaltungen des damaligen Regimes mitwirken. Da dies die Musiker ablehnten, beschlossen sie, die Kapelle aufzulösen.

Die Evolution des Katholischen Burschenvereins als Kapelle Lubena im Jahr 1945 - 1962:

Die nach dem Krieg im Jahr 1945 aus der Gefangenschaft heimgekehrten Militärmusiker Kpm. Anton Lubena und Franz Nemeth gingen wieder mit viel Energie und Zuversicht unter schwierigsten Verhältnissen daran, eine aus wenigen Musikern bestehende Musikkapelle aufzubauen. Am 29. August 1945 fand die erste Besprechung in der Bezirkshauptmannschaft statt. Man hatte allgemein vereinbart, die Kapelle „Kapelle Lubena“ zu benennen. Die erste Probe wurde für den 6. September 1945 in der Bauernschule festgesetzt.

Die erste sieben Mann starke Besetzung war:

Kpm. Anton Lubena - Posaune

Franz Nemeth - 1. Flügelhorn

Josef Binder - 2. Flügelhorn

Franz Pinter - 1. Horn

Johann Trukeschitz - 2. Horn

Otto Binder - Tuba in B

Alfred Maly jun. - Schlagzeug

Zum ersten Mal stellte sich die Kapelle am 25. Oktober 1945 beim Heimatabend im Haydnkino der Öffentlichkeit vor. Veranstalter war damals die „Österreichische Kulturvereinigung in Verbindung mit dem Österreichischen Jugendbund“. Ein wichtiger Auftritt fand auch am 11. November 1945 bei der Martinifeier in Eisenstadt, wo Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer empfangen wurde. Am 30. November 1945 brachte die Kapelle dem damaligen Bundeskanzler Leopold Figl ein Ständchen. Im nun folgenden Jahr 1946 wurden vorwiegend Bälle, Hochzeiten, Begräbnisse, Weinlesefeste und Weihnachtsfeiern musikalisch umrahmt. Da die Musiker sehr eifrig probten, konnten sie bereits in diesem Jahr 32mal bei Veranstaltungen erfolgreich auftreten. Die Mitgliederzahl der Musiker hatte sich seit November 1945 von sieben auf elf erhöht.

Das Bemühen des Kapellmeisters Lubena, die Jugend zum Erlernen von Blasinstrumenten zu begeistern, war von großem Erfolg gekrönt. Er hatte jedoch enorme finanzielle Probleme bei der Beschaffung von neuen Instrumenten. Im September 1947 spielte man auf Einladung des Herrn Michael Kager von der Stadtfeuerwehr Eisenstadt dem Stadtfeuerwehrkommandanten Josef Binder zu seinem 65. Geburtstag ein Ständchen, wobei Kapellmeister Lubena die Gelegenheit nützte, um in Anwesenheit von Bürgermeister Franz Elék Eiweck und Landesfeuerwehrkommandantenstellvertreter Franz Repay die Nöte der Kapelle wie Instrumentenbeschaffung und dergleichen zu schildern. Landesfeuerwehrkommandantstellvertreter Franz Repay brachte dann den Vorschlag einer Namensänderung von „Kapelle Lubena“ in „Landesfeuerwehrkapelle“. Da der Bürgermeister und der Stadtfeuerwehrkommandant anwesend waren, wurde die Namensänderung sofort beschlossen.

Diese Namensänderung wurde am 8. Jänner 1948 dem Stadtfeuerwehrkommando Eisenstadt vom Landesfeuerwehrkommando in einem Schreiben bestätigt, wo stand:

„Das Landes-Feuerwehrkommando Burgenland in Eisenstadt bestätigt dem Stadt-Feuerwehrkommando Eisenstadt, dass die Kapelle Lubena als Landes-Feuerwehrkapelle befehlsmässig anerkannt wurde.“

Das Jahr 1948 war für die Landesfeuerwehrkapelle ein sehr erfolgreiches Jahr, da die Integrierung als eigener Zug der Feuerwehr zustande kam, und man 42 Ausrückungen vorzuweisen hatte. Es wurde auch eine Musikversammlung einberufen, um einen Vorstand für die Belange der Landesfeuerwehrkapelle zu gründen. Als Vorstandsmitglieder durften nur Musiker gewählt werden.

 Ersten Kontakt mit dem österreichischen Rundfunk gab es am 11. November 1951. Estmalig wurde aus Eisenstadt die beliebte Rundfunksendung „Autofahrer unterwegs“ aus dem Schwechaterhof (heute Bundesländerhof) live gesendet. Bei dieser Veranstaltung spielte die Kapelle  die Märsche: „Burschenlust“, „Ohne Rast“, „Mein Heimatland“ und den „Feuerwehrmarsch“.

Von historischer Bedeutung waren die beiden Auftritte 1953. Im Frühjahr zu Beginn der Badesaison erfolgte die Eröffnung des Schwimmbades im Schloßpark und am 13. September spielte man bei der Einweihung des Lindenstadions. Es folgten in den nächsten Jahren auch sehr wichtige Auftritte wie am 25. März 1956 die Glockenweihe in Eisenstadt, am 29. Juli 1957 die Glockenweihe am Oberberg und am 25. August 1957 die Eröffnung des Trausdorfer Flugplatzes. Da die Kapelle gewisse Auftritte in der Feuerwehruniform nicht spielen konnte, wurde sie am 20. Oktober 1957 zusätzlich in die neue burgenländische Tracht des burgenländischen Volksbildungswerkes eingekleidet. Im Jahr 1960 wurde diese Tracht an die Bauernkapelle St. Georgen abgegeben.

Namensänderung von Landesfeuerwehrkapelle in Stadtfeuerwehrkapelle 1962 - 1988:

Da sich einige Feuerwehrkapellen des Burgenlandes im Jahr 1962 beim Landesfeuerwehrkommando über die Namensbezeichnung „Eisenstädter Landesfeuerwehrkapelle“ beschwerten, trat das Landeskommando mit der Bitte an die Kapelle heran, sich in „Stadtfeuerwehrmusikkapelle Eisenstadt“ umzubenennen. Der Vorstand genehmigte dies, da man nicht mit den anderen Kapellen wegen des Namens in Konflikt geraten wollte.

 Am 15. April 1970 gratulierte die Stadtfeuerwehrkapelle Eisenstadt in kameradschaftlicher Weise ihrem Kapellmeister Anton Lubena zu seinem 65. Geburtstag, der bereits über 40 Jahre die Kapelle leitete. Man dankte ihm für seine langjährige uneigennützige Tätigkeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er noch in voller Gesundheit viele Jahre der Kapelle erhalten bleiben sollte. Als gegen Ende des nächsten Jahres Kpm. Anton Lubena krank wurde, übergab er am 2. Februar 1972 das Dirigat an seinen Nachfolger Kapellmeister Franz Trischak.

Daß Kapellmeister Franz Trischak den Nachwuchs seit seiner Übernahme der Stadtfeuerwehrkapelle gefördert hat, zeigt die Tatsache, daß im Jahr 1976 erstmalig der Höchststand von 39 Musikern (davon 13 unter 20 Jahren) erreicht werden konnte. Zum Anlaß des 50jährigen Bestandsjubiläums der Stadtfeuerwehrkapelle Eisenstadt wurde das Blasmusikertreffen des burgenländischen Blasmusikverbandes in Eisenstadt abgehalten. Die Stadtfeuerwehrkapelle Eisenstadt konnte zu diesem Bezirksblasmusikertreffen elf Gastkapellen empfangen.

Da im Jahr 1977  Kpm. Franz Trischak aus beruflichen Gründen verhindert war, übernahm Kpm. Martin Thunshirn die Kapelle, die er bis Herbst dieses Jahres leitete. Mit viel Elan nahm Kpm. Franz Trischak seine Tätigkeit als Kapellmeister wieder auf. Die Kapelle hatte bei vielen Anlässen zu spielen: 13. Juni 1979: Eröffnung des Feuerwehrmuseums in der Landesfeuerwehrschule in Eisenstadt; 31. März 1980: Eröffnung des Allsportzentrums; 14. November 1981: Einweihung des Pfarrjugendzentrums. Der letzte Höhepunkt in der Ära des Kpm. Franz Trischak war eine Rundfunkaufnahme im ORF Studio Burgenland am 18. Juni 1982.

Im Frühjahr 1983 übernahm Kapellmeister Josef Goldenits das Dirigat. Die erste größere Ausrückung fand am 14. August 1983 bei der Feuerwehrhausweihe in Mörbisch statt. Ein großer Auftritt war das Frühschoppenkonzert bei der burgenländischen Weinwoche am 9. September 1984.

Kpm. Josef Treiber hatte gleich zu Beginn seiner Tätigkeit als Kapellmeister der Stadtfeuerwehrkapelle Eisenstadt am 28. Februar 1985 seinen ersten erfolgreichen Auftritt vor dem Schloß Esterházy in Eisenstadt bei der beliebten Fernsehsendung von Hans Rosenthal „Dalli Dalli“. So konnte man wieder am Bezirksblasmusikertreffen des Bezirkes Mattersburg in Schattendorf am 21. Juni 1987 teilnehmen.

1988 -

Als neuer Kapellmeister  kam Hans Peter Hahn. Dieses Jahr brachte einschneidende Änderungen für die Stadtfeuerwehrkapelle Eisenstadt. Es wurde ein eigener Vorstand gegründet und damit die Feuerwehrkapelle auch offiziell als Stadtkapelle Eisenstadt auftreten kann, wurde sie in „Stadt- und Feuerwehrkapelle“ umbenannt. Außerdem hatte man vor, eine eigene Stadttracht anfertigen zu lassen. Doch dieses Vorhaben konnte aus Geldmangel nicht verwirklicht werden. Die wichtigste Aufgabe war es, die in den letzten Monaten ausgeschiedenen Musiker wieder für die Musikkapelle zu gewinnen. Sie suchten diese privat auf und konnten einen Großteil zum Weitermusizieren gewinnen. Ein außergewöhnliches Ereignis für Eisenstadt war der Besuch des Papstes Johannes Paul II am 24. Juni 1988. Im Rahmen der Städtepartnerschaft kamen die Stadt- und Feuerwehrkapelle Eisenstadt und die Stadtkapelle Ödenburg (Sopron) überein, gemeinsam ein Frühjahrskonzert durchzuführen. Dies fand am 17. März 1990 in Eisenstadt und am 7. April 1990 in Ödenburg statt. Mit der Jugendkapelle Ödenburg wurde gemeinsam am 1. Mai 1990 ein Frühschoppenkonzert gespielt. Es war die erste Veranstaltung, die der ORF live aus Ödenburg übertrug. Ein weiteres Ereignis gab es am 7. September 1991: die Eröffnung der neuen Fußgängerzone in Eisenstadt.

Ein Erlebnis für alle war der TV-Auftritt im „Musikantenstadl“ am 13. Februar 1993 gemeinsam mit der Stadtkapelle Ödenburg. Der letzte größere Auftritt von Kpm. Hans Peter Hahn fand am 26. März 1994 beim Frühjahrskonzert statt. Aus beruflichen Gründen legte er sein Dirigat ab.

Kpm. Peter Kreuz übernahm die Stadt- und Feuerwehrkapelle Eisenstadt, bis ein neuer Kapellmeister gefunden wurde. In dieser Zeit gab es vieles zu organisieren und zu erledigen. Es wurde ein neues Feuerwehrhaus gebaut. Die Einweihung fand im September 1995 statt. Dort konnte sich auch die Stadt- und Feuerwehrkapelle Eisenstadt ein neues Probelokal einrichten.

1997 übergab Kpm. Peter Kreuz das Dirigat an Kpm. Andreas Brenner. Sein erster großer Auftritt war am 28. Juni 1998 bei den Bundeswettkämpfen der Feuerwehr in Eisenstadt. Die Kapelle hatte in den nächsten Jahren mehrere Auftritte, und das Publikum war sehr begeistert. Der Vorstand und die Musiker arbeiteten gut zusammen, um sich einen langersehnten Wunsch zu erfüllen. Am 25. März 2000 fand ein besonderes Frühjahrskonzert der Stadt- und Feuerwehrkapelle Eisenstadt statt. Die Kapelle präsentierte sich mit einer neuen Stadttracht.